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Suppenküche
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Die hohe Kunst des
Kochens besteht nicht darin, aus teuren Zutaten etwas Feines zu bereiten, sondern in der
Fähigkeit aus dem, was man hat schmackhaftes Essen zu zaubern, pflegte meine Oma immer zu
sagen. Dieses Motto gilt für das Kochteam in der Suppenküche des Vereins "Wohltat
e.V." Tag für Tag ganz besonders. Denn ein kleiner Teil der Zutaten, die für das
tägliche Kochen in Frage kommen, ist nicht mehr verkaufsfähige Ware, aus Supermärkten
beispielsweise. Und so muß manchmal umdisponiert
werden, was die Frauen um Angelika Schindler wohl wieder kochen.Dass es trotzdem einen wöchentlichen Speisenplan gibt, ist schon fast die Quadratur des Kreises. Nein, das hängt damit zusammen, dass Lebensmittel zum größten Teil geplant eingekauft werden. Ein glückliches Händchen und Verhandlungsgeschick beweist dabei Angelika Schindler, denn mit dem Geld muß sparsam umgegangen werden. So kostet ein Essen für Bedürftige lediglich 1,10 Euro. Täglich gehen gegen 11.00 Uhr aus der Suppenküche in Toitenwinkel etliche Thermobehälter zu den Abnehmern. Das sind: Einrichtungen der Rostocker Stadtmission und der Diakonie, das Bodelschwinghaus, INTHIS an den Obdachlosen e.V., der im selben Haus sitzt und in die Suppenküche des "Wohltat"-Vereins im Gerberbruch. Dessen Chefin, Babette Limp, erinnert sich an die Anfänge der Suppenküche 1994 sieben Jahren. Das Sozialamt sah damals keine Notwendigkeit für eine derartige Einrichtung in der Lindenstraße. Heute ist das kein Thema mehr und in Rostock existieren heute gleich mehrere Suppenküchen. Damals gab es etwa 50 Wohnungslose, 2001 wird in Rostock offiziell über eine Zahl von 1100 gesprochen! Seit 1996 befindet sich die Suppenküche des "Wohtat-Vereins" in der Albert-Schweitzer-Straße in Toitenwinkel. Die Mitarbeiterzahl ist gestiegen. Und fast alle, die heute daran beteiligt sind, ein anständiges Essen auf den Tisch zu bringen, kommen aus der Branche, als Köche oder Küchenhilfen in der Gastronomie beispielsweise. Angelika Schindler war früher Küchenleiterin in einer Kindereinrichtung. Etliche Sponsoren sorgen dafür, dass die Herde in der Küche nicht ausgehen, beispielsweise zwei Penny-Märkte in Toitenwinkel, ein EXTRA-Markt oder Die Bäckerei Boysen, die täglich Brot und Brötchen liefert. Dazu zu
zählen sind aber auch Firmen wie Gummi Grassau beispielsweise, die schon mal einen Satz
Reifen für den kleinen Laster der Suppenküche sponsert. Lebensmittel kommen aber auch
von der "Rostocker Tafel e.V.", mit der man eng zusammen arbeitet. Die Frauen in der Suppenküche kleckern nicht, sondern klotzen. Ihre Arbeitsgeräte sehen dementsprechend aus: riesige Kochlöffel, 250-Liter-Kessel, 120-Liter-Bratpfannen und sechsflammige Herde. Jede Woche werden etwa 500 Kilogramm Kartoffeln, 15 kg Zwiebeln und 25 kg Tiefkühlkost verarbeitet. Und gibt es auch mal etwas besonderes zu essen? Klar, sagt Küchenchefin Schindler "Weihnachten bieten wir schon mal Entenbraten mit Rotkohl an. Ansonsten ist unsere deftige Hausmannskost sehr beliebt. Wir wollen unsere Esser schließlich richtig satt machen, deshalb kochen wir im Winter besonders kalorienreich". |
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